Warning: Parameter 1 to wp_default_scripts() expected to be a reference, value given in /homepages/2/d153286930/htdocs/clickandbuilds/historie/wp-includes/plugin.php on line 571

Warning: Parameter 1 to wp_default_styles() expected to be a reference, value given in /homepages/2/d153286930/htdocs/clickandbuilds/historie/wp-includes/plugin.php on line 571

Skandalfilm, die Sünderin

1951 hatte in Frankfurt am Main ein Film von Willi Forst Premiere, der die moralischen Gemüter erhitzte: Die Sünderin mit Hildgard Knef in der Hauptrolle der Prostituierten Marina forderte einigen Tabus der 50er heraus. Eine Nacktszene, Sex ohne Trauschein und Sterbehilfe mit anschließenden Selbstmord brachte besonders die katholischen Kirchenvertreter in Rage. Für „die Knef“ brachte der Skandalfilm den Durchbruch. Doch aus dem Erfolg wurde die Verfolgte, wie Hildegard Knef in ihrer Autobiografie Der geschenkte Gaul beschreibt:-1  …Drohbriefe, Morddrohungen, im Detail ausgeführte Anliegen zahlloser Sexualverückter [wurden] tägliche Lektüre. Von Kanzeln angegriffen und von Pfarrern zerpflückt, von Tränengas und Stinkbomben verfolgt, von Protestkundgebungen und Umzügen begleitet…

Als Regisseur Willi Forst von der Freiwilligen Selbstkontrolle (FSK) eine Ablehnung für den Film bekam, drohte der Produzent Rolf Meyer damit, die FSK zu übergehen. So gab die SPIO (Spitzenorganisation der Filmwirtschaft e. V.), die Muttergesellschaft der FSK, den Film nach einigem hin und her doch noch frei. Nun schlugen die religiösen Moralisten zu: Kardinal Joseph Frings aus Köln und der Ruhrkaplan Carl Klinkhammer waren in der Wahl ihrer Mittel weder zimperlich noch christlich. Priester stürmten mit Stinkbomben bewaffnet die Vorstellungen. Es kam zu Vorführverboten. Aber im Grunde waren alle erfolgreich. Die religiösen Tugendwächter brachten sich medial ins rechte Rampenlicht und der Film wurde ein Riesenerfolg. In den ersten drei Wochen schauten sich Zwei Millionen Deutschen den „sündigen“ Streifen in den Kinos an.

Die Handlung ist ziemlich simpel – aus heutiger Sicht: Marina, Tochter aus gutbürgerlichen Haus, wird vom Stiefvater aus dem Haus gewiesen. Um durchzukommen prostituiert sich die hübsche Frau. In einer Bar lernt sie dann „die große Liebe“kennen. Den Maler Alexander, der seine Angst vor einem Tumor mit Alkohol betäubt. Der Tumor wird den ebenfalls gut aussehenden Maler erst blind machen und dann qualvoll umbringen. Als Marine einen edlen Arzt findet, der Alexander (scheinbar) heilt, wird für das Paar alles gut… Nur Alexander wird doch blind und in Erwartung eines qualvollen Sterbens bereitet Marina den Selbstmord der beiden vor, indem sie Gift in zwei Sektgläser schüttet.

Quellen:
-1: Hildegard Knef: Der geschenkte Gaul; 9.Auflage, 1970, Wien-München-Zurich, Seite 304