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Sicherung der Macht

In den Jahren 1933 und 1934 brauchte Adolf Hitler die Geister, die er rief nur los zulassen. Er gab seinen Untergebenen freie Hand, und diese legten im Sinne ihres Führers, oder das was sie dafür hielten los. -1 „Dem Führer entgegen arbeiten“ fungierte von Anfang an als grundlegende Maxime des Regimes, schreibt der britische Historiker Ian Kershaw.

Die Konserativen Seite stand den Nationalsozialistischen schon länger nah. Mit Schutzzöllen und subventionierten Getreidepreisen band Hitler die Großgrundbesitzer und Junker weiterhin an sich. Die Wirtschaftskapitäne beruhigte er durch die Zusage, das Privateigentum nicht anzutasten – immerhin gab es in der NSDAP einen linken Flügel und die SA wurde als „Bulette“ bezeichnet: außen braun – innen rot. Auf einem im Februar 1933 von Göring organisierten Treffen mit 27 Top-Leuten der deutschen Wirtschaft konnte Hitler die meisten Zweifel ausräumen, zusätzlich wurde eine Spende von 3 Millionen Mark vereinbart. An diesem Treffen nahmen neben Hjalmar Schacht, Gustav Krupp von Bohlen und Halbach auch die Bosse von Hoesch, Siemens, I.G. Farben, Allianz, Opel und fast alle, die in der deutschen Industrie Rang und Namen hatten. Nur Robert Bosch wollte nicht kommen. Immer wieder beschwor der neue Reichskanzler den Kampf gegen den Marxismus und dessen Ausrottung. Obwohl die Wirtschaft den Interessen des Staates untergeordnet wurde, hielten die Wirtschaftskapitäne still, belohnt durch hohe Profite und die Beseitigung der Gewerkschaften und sämtlicher Arbeitnehmerrechte. Besonders die Autoindustrie hob der Automobilfan Hitler auf den Schild.

Am 21. März 1933 inszenierte der gerade zum Propagandaminister ernannte Dr. Joseph Goebbels mit dem „Tag von Potsdam“ ein meisterhaftes Schauspiel. Hitler, der das neue Deutschland darstellte, diesmal nicht in Uniform, sondern im englischen Gehrock, verneigte sich in der Garnisonskirche vor Reichspräsident Paul von Hindenburg, in der Uniform des Feldmarschalls, der das alte Deutschland repräsentierte. Hitler sprach, von der „nationalen Erneuerung durch Einheit“ und umschmeichelte die rechtskonserative Elite, indem er den greisen Reichspräsidenten zum Schirmherren der „Erhebung“ erklärte. Auch der Ort des Spektakels war sinnbildlich. Die Garnisonskirche in Potsdam, im 18. Jahrhundert von den Hohenzollern errichtet, -2 symbolisierte die enge Verbindung zwischen der preußischen Militärmonarchie, der Staatsmacht und der protestantischen Religion. Dort waren die Gräber des preußischen „Soldatenkönigs“ Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II., dem „Alten Fritz“.

Quellen:
-1: Ian Kershaw: Hitler 1889 – 1945; Pantheon Verlag, 2009, Seite 283
-2: Ian Kershaw: Hitler 1889 – 1945; Pantheon Verlag, 2009, Seite 302