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Januar 1933: Hitler wird Reichskanzler

Nach dem Wahlsieg der NSDAP, laut Sebastian Haffner -1eine dampfende und stampfende Wahlkampfmaschine, wie man sie in Deutschland vorher nicht gekannt hat, ernannte Reichspräsident Hindenburg am 30. Januar 1933 den NSDAP-Führer Adolf Hitler zum Reichskanzler. Ursprünglich sollte Hitler Vize-Kanzler unter Franz von Papen werden, aber Hitler bestand darauf, selbst Regierungschef zu werden, hatte er doch die stärkste Fraktion im Reichstag.

Die Nationalsozialisten Hitler, Göring und dahinter Frick, „eingerahmt“ von konservativen Ministern in der alten Reichskanzlei, 30. Januar 1933 Bundesarchiv, Bild 183-H28422 / CC-BY-SA

Die Nationalsozialisten Hitler, Göring und dahinter Frick, „eingerahmt“ von konservativen Ministern in der alten Reichskanzlei, 30. Januar 1933
Bundesarchiv, Bild 183-H28422 / CC-BY-SA

Die Konserativen um Franz von Papen, der nun Vize-Kanzler wurde, Alfred Hugenberg, Werner von Blomberg und Werner von Fritsch glaubten Hitler kontrollieren zu können. Der ehemalige Reichskanzler Franz von Papen, dieser „samtene Amateur“ wie Gordon Craig ihn nennt, tönte Großspurig -2: „Wir haben ihn uns engagiert!“ und „in zwei Monaten haben wir Hitler in die Ecke gerückt, dass es quietscht“. Nun, wie wir heute wissen, ging nicht Hitler in die Ecke, sondern von Papen: Der Adlige verlor seine preußische Machtbasis und durfte als Gesandter nach Wien gehen – direkt Hitler unterstellt.
Alfred Hugenberg, Anfangs noch Minister für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ernährung in Hitlers Kabinett, wurde auf dem diplomatischen Parkett aus getrickst – Hitler ließ ihn durch eine Rede, die Hugenberg auf der Wirtschaftskonferenz von London hielt, auflaufen. Am 29. Juni 1933 schmiss Pressezar Hugenberg alle seine Minister- und Parteiämtern hin. Die beiden Militärs Blomberg und Fritsch wurden bis 1938 aus der Macht gedrängt.
Die konservativen Bündnis- und Koalitionspartner hatten der von den Nationalsozialisten perfekt in Szene gesetzten -3 Druckwelle der Begeisterung über das „nationale Einigungswerk“ nichts entgegenzusetzen.

Die „Eiserne Front“, von den Gewerkschaften, Arbeiter- und Angestellten-Verbänden und der SPD als Gegengewicht zur „Harzburger Front“ gebildet, mit ihren immerhin 3,5 Millionen Mitgliedern – davon 250.000 unter Waffen, war bereit los zuschlagen – im Falle eines Staatsstreiches durch Hitler. Aber der neue Reichskanzler hatte alle ausgetrickst, er war im Sinne der Verfassung ins Amt gekommen.  Seine Gegner waren wie gelähmt.

Im Grunde kam nur wieder ein neuer Reichskanzler, wie so viele in den letzten Jahren. Doch dies war kein Regierungswechsel wie Andere , das spürten die Menschen, niemand blieb gleichgültig.  Als überall im Lande riesige Fackelumzüge mit jungen uniformierten Anhängern des neuen Reichskanzlers eine beeindruckende Kulisse lieferten, führte dies zu Jubel und Hoffnung auf der einen Seite, zu Angst und Besorgnis auf der Anderen.  Zu dieser Zeit stand die Mehrheit der Deutschen den „Braunen“  noch ablehnend oder kritisch gegenüber. Das sollte sich ändern.

Quellen:
-1: Sebastian Haffner: Anmerkungen zu Hitler; Kindler Verlags GmbH, 1978, Seite 35
-2: Gordon A. Craig: Deutsche Geschichte 1866 – 1945; Verlag C.H.Beck, 1980, Seite 499
-3: Joachim C. Fest: Das Gesicht des Dritten Reiches; Piper Verlag, 1977, Seite 63