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Die Unterwerfung der Reichswehr

Am 1. August 1934 hatte Hitler die Voraussetzungen geschaffen, das Amt des Reichskanzlers mit dem des Reichspräsidenten zu vereinen. Mit dem Tod des 86jährigen Feldmarschalls und Reichspräsidenten Paul von Hindenburg am 2. August 1934 trat dies in Kraft, und beseitigte das letzte Hindernis für den nun zum „Führer“ gewordenen Reichskanzler, die Reichswehr als Instrument seiner außenpolitischen Ziele zu nutzen.

General Kurt von Schleicher mit seiner Ehefrau. Aufnahme aus dem Jahr 1931.

General Kurt von Schleicher mit seiner Ehefrau. Aufnahme aus dem Jahr 1931.

Bereits in der Nacht der langen Messer am 31.Juli/ 1.August 1934 hatte Hitler die Reichswehr zum Komplizen gemacht. Die gerade eigenständig werdende SS schaltet mit Hilfe von Gestapo und Reichswehr in einer lang geplanten Aktion die Spitze der SA aus. Neben SA-Chef Ernst Röhm wurden bis zu 200 SA-Führer ermordet. Die SA mit 3.5 Millionen Mitgliedern vertrat den Anspruch, die nur 100000 Berufssoldaten starke Reichswehr, in der SA aufgehen zu lassen. SA-Chef Ernst Röhm würde diesem „NS-Volksheer“ vorstehen. Die SA war bis 1933 ein Magnet von -1 Menschen mit dem frühen Bruch in ihrer Lebensgleichung, wovon es nach dem 1.Weltkrieg viele gab. Als Terrorinstrument auf dem Weg zur Macht unverzichtbar. -2 „Die Leute brauchen den heilsamen Schrecken. Sie wollen sich vor etwas fürchten“, formulierte es Hitler. Für einen Krieg aber war nur die bestens ausgebildete Reichswehr geeignet. Es war ein Geschäft. Im Reichstag erklärte Hitler am 13. Juli 1934 in einer Rede zur Rechtfertigung des „Röhm-Putsches“ die Verteilung der Rollen: -3 Es gibt im Staate nur einen Waffenträger: die Wehrmacht. Und nur einen Träger des politischen Willens: dies ist die Nationalsozialistische Partei. Das die SS im Zuge des „Röhm-Putsches“ noch ein paar alte Rechnungen beglich, wie z.B. die Ermordung des Generals und ehemaligen Reichskanzler Kurt von Schleicher, dessen Ehefrau Elisabeth von Schleicher und Vertrauten General Ferdinand von Bredow, schluckte die Armeeführung widerstandslos.

 

Vereidigung von Reichswehr-Soldaten auf Hitler, August 1934 Bundesarchiv, Bild 102-16108 / CC-BY-SA

Vereidigung von Reichswehr-Soldaten auf Hitler, August 1934
Bundesarchiv, Bild 102-16108 / CC-BY-SA

In der Funktion des Reichspräsidenten war Hitler nunmehr der Oberbefehlshaber der Reichswehr und ließ die Truppe ab dem 1. August 1934 auf sich – den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler – vereidigen. Dies war neu: Bisher galt so ein Eid, der Fahne, dem Land oder einer Verfassung. So beugt Hitler einem Putsch vor, indem er sich auf die Bindung an den Eid verließ. Im Grunde wollten die NSDAP und die Reichswehr, doch das Gleiche: -4 Stärkung des Wehrwillens, Unterdrückung des Marxismus und Pazifismus, Rüstung und Aufbau eines Millionenheeres, Revision des Kriegsergebnisse, Wiedergewinnung der Hegemonie und auch Aufwertung des Militärs in der Gesellschaft.

Am 16.März 1935 wurde aus dem kleinen Berufsheer der Reichswehr, mit der Einführung der Wehrpflicht auch amtlich das „Volksheer“ der Wehrmacht. Zwei Wochen zuvor war die Luftwaffe gegründet wurden.

Quellen:
-1: Joachim C. Fest: Das Gesicht des Dritten Reiches; Piper Verlag, 1977, Seite 191
-2: wie -1
-3: Erhard Klöss (Hg.):Reden des Führers, Politik und Propaganda Adolf Hitlers 1922-1945; 1967, dtv, Seite 84
-4: Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte 1914-1949; Lizenzausgabe bpb, 2010, Seite 640