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Ehemaliges Boxidol erschoss Ehefrau

Gustav „Bubi“ Scholz erschoss am Abend des 22. Juli 1984 im Rausch seine Ehefrau. In der gemeinsamen Berliner Villa tötete der ehemalige Profiboxer mit einem Gewehrschuss durch die geschlossene Badezimmertür die ebenfalls unter Alkohol und Tabletteneinfluß stehende Helga Scholz.

Das Boxidol und die aus gutem Hause stammende Helga galten als Traumpaar der Berliner Highsociety. Bubi Scholz hatte sich vom Arbeitersohn, der Vater war Schmied, die Mutter Hausfrau, in die gehobene Gesellschaft des Nachkriegs-Berlin hoch geboxt. In den 50er Jahren galt er als Publikumsliebling – nicht nur in der Sportwelt. Der Junge vom Prenzlauer Berg symbolisierte den Wiederaufstieg im Wirtschaftswunderland. Helga war von Anfang an dabei, erst als junge Gymnasiastin unter den Zuschauern. 1955 heirateten die beiden – die Hochzeit wurde ein Medienereignis.

Bubi Scholz(rechts) gegen Claude Milazzo, 1954 in Dortmund Bundesarchiv, Bild 183-25492-0004 / CC-BY-SA

Bubi Scholz(rechts) gegen Claude Milazzo, 1954 in Dortmund
Bundesarchiv, Bild 183-25492-0004 / CC-BY-SA

Zwei Jahre boxte der Berliner nur KO-Siege, 1951 wurde er Deutscher Meister im Weltergewicht. Dann schien eine Lungentuberkulose seine erfolgreiche Karriere zu beenden. Das Comeback gelang auch durch die Unterstützung seiner Frau. Sie waren ein gutes Team, eröffneten in Berlin eine Parfümerie. 1957 holte sich „Bubi“ die Deutsche Meisterschaft im Mittelgewicht, 1958 die Europameisterschaft. Inzwischen ins Halbschwergewicht gewechselt, verlor er 1962, den Kampf um die Weltmeisterschaft, gegen den US-Amerikaner Harald Johnson. Nachdem er sich 1964 durch einen Disqualifikationssieg den Europameisterschaftstitel im Mittelschwergewicht sicherte, beendete der Berliner Boxer seine Karriere und eröffnete in Berlin eine Werbeagentur.

Neben der Sportkarriere besang Bubi Scholz eine Schallplatte und wirkte in kleinen Theateraufführungen und Filmen mit.

Ab 1964 etablierte sich Ehepaar Scholz in der Berliner Party-Szene. Aber ein wirklicher Ersatz war dies nicht, in der Ehe setzte der Alltagstrott ein, es gab zwischen den Eheleuten nicht mehr viel zu sagen. Zu viel Alkohol, zu viel Streit. Nachbarn riefen öfters die Polizei. Nach außen hielten die Scholz die Fassade des glücklichen Paares aufrecht.

1980 veröffentliche Bubi Scholz seine Memoiren unter dem Titel „Der Weg aus dem Nicht“.

An dem tragischen Abend, war Bubi Scholz ziemlich zu. Helga, im gleichen Zustand, hatte sich in einer Toilette der Villa eingeschlossen. Bubi, der immer behauptet hatte, er wollte seine Frau dort nur herausholen,schoss mit dem Gewehr durch die Tür. Allerdings in einer Höhe, dass eine sitzende Frau nicht getroffen worden wäre. Nur die 49jährige Helga hatte wohl ihr Ohr an die Tür gehalten – im stehen, und wurde tödlich getroffen.

Der Ex-Boxer wurde zu drei Jahren Haft – wegen fahrlässiger Tötung – verurteilt.

Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis heiratete er noch einmal. Im Jahr 2000 starb der Berliner Profi-Boxer.