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1871 bis 1890

 

In den 1870er Jahren ging der industrielle Aufschwung Hand in Hand mit dem Bankgewerbe. Die ersten deutschen Aktienbanken wurden gegründet: Die Deutsche Bank 1870, die Diskonto Bank 1870 und die Dresdner Bank im Jahre 1872. Der Gründerkrach von 1873 bremste den durch Bevölkerungswachstum und Urbanisierung geprägten Boom etwas aus.

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Am 30. Januar 1872 trat Bismarck mit einer Rede im Reichstag den Kulturkampf los. Diese Schlacht ging gegen das 1870 gegründete „Zentrum“. Die Zentrums-Partei vertrat den politischen Katholizismus und war zum Vatikan hin orientiert. Und sie war international, was ähnlich wie bei den Sozialisten Bismarcks Missgunst weckte. Für den politischen Katholizismus stand über dem Kaiser noch der Papst. Das besondere, für Bismarck unheimliche, am Zentrum war, das es keine Klassenpartei war, wie im Kaiserreich üblich. Das Zentrum 1 war klassenumfassend: Es gab durchaus einen katholischen Adel, sogar Hochadel, es gab ein starkes katholisches Bürgertum, und natürlich gab es katholische Arbeiter. Im gewissen Sinne war die Zentrums-Partei ein Vorläufer der Volksparteien – aber eben nur für Katholiken.

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Aus den Rivalen des Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV) und der Sozialdemokratischen Deutschen Arbeiterpartei (SDAP) werden auf einem Vereinigungskongress vom 22. bis 27. Mai 1875 in Gotha Verbündete. Unter der Führung von August Bebel und Wilhelm Liebknecht entsteht das Gothaer Programm. Die Kapitalismuskritik mit dem Ziel den Arbeiter zu befreien, fordert die Einführung von Genossenschaften und ein allgemeines, gleiches und geheimes Wahlrecht.

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Die Sozialisten und Sozialdemokraten bekamen ab Mitte der 1870er Jahre in den unteren Schichten immer mehr Rückenwind, was in bürgerlichen und konserativen Kreisen, und besonders bei den Unternehmern Widerstand auslöste. Nach dem zweiten Attentat auf den Kaiser nutzte Bismarck die Gunst der Stimmung und brachte am 18. Oktober 1878 das Sozialistengesetz im Reichstag auf den Weg. Sozialistische Vereine und Druckschriften wurden verboten. Versammlungen konnten nicht mehr abgehalten werden. Der blosse Verdacht Sozialist zu sein, reichte aus, um aus dem Deutschen Reich ausgewiesen zu werden. Erfolg hatte der Reichskanzler damit nicht: Die Linke ging in den Untergrund und hielt Versammlungen im Ausland ab.

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Also_sprach_Zarathustra Titel der Erstausgabe von“ Also sprach Zarathrustra“ des
später so genannten „Ersten Teils“,  1883 – Quelle: wikipedia

1883 erschien der erste Teil von „Also sprach Zarathustra“, das wohl wichtigste und bekannteste Werk von Friedrich Nietzsche, dem bedeutenden deutschen Philosophen. Zarathustra, der Titelheld dieses Werkes, der mit dem gleichnamigen persischen Propheten wenig zu tun hat,2 steigt nach zehnjähriger Einsamkeit im Gebirge zu den Menschen herab und verkündet ihnen vor allem zwei Wahrheiten: den „Übermenschen“ und „die ewige Wiederkunft des Gleichen“ Im Prinzip geht es darum, dass die Welt mit dem Guten und dem Bösen von zwei göttlichen Prinzipien beherrscht wird.

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Weder für Preußens König Friedrich den Grossen noch für Otto von Bismarck waren deutsche Kolonien ein Thema, mehr noch, sie waren strikt dagegen. 1884 änderte Reichskanzler Bismarck seine Meinung: Die Niederlassung des Bremer Kaufmann Adolf Lüderitz in Deutsch-Südwestafrika wurde unter den Schutz des Kaiserreichs gestellt. Im weiteren Verlauf des Jahres wurde die Reichsflagge in Togo und Kamerun gehisst. Im Februar 1885 erhielt der „Afrikaforscher“ Carl Peters, einen kaiserlichen Schutzbrief für Deutsch-Ostafrika. Weiter ging es mit dem, gegenüber anderen europäischen Mächten, sehr bescheidenen deutschen Kolonialerwerb im Frühjahr 1885 im Pazifik: Das Kaiser-Wilhelm-Land (Nord-Neuguinea) mit den Inseln des Bismarck-Archipels. 1890 tauschte das Deutsche Reich die Gebiete nördlich von Deutsch-Ostafrika (Wituland)gegen die Nordseeinsel Helgoland, die bis dato eine britische Kolonie war.

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1888 ging als das Dreikaiserjahr in die deutsche Geschichte ein. Kaiser Wilhelm I., im Jahre 1884 wurde noch aufwendig sein 90jähriger Geburtstag gefeiert, starb am 9. März 1888 91jährig. Sein Sohn Friedrich III., zu diesem Zeitpunkt schon einige Jahre an Krebs ertrank, galt, unter dem Einfluss seiner intelligenten und starken Frau, Prinzessin Viktoria, die Tochter der britischen Königin, als liberal und war ein Gegner von Bismarcks Politik. Als er den Thron bestieg, konnte er kaum noch sprechen – eine Folge des Kehlkopfkrebses. Als er nach 99 Tagen starb, war die Zeit an Wilhelm II., der 29jährig mit seiner Thronbesteigung am 25. Juni 1888 eine neuen Epoche, auch namens gebend, einleitete: das Wilhelminische Zeitalter.

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Quellen:
-1 Sebastian Haffner: Von Bismarck zu Hitler – Ein Rückblick; 1989, Knaur-Taschenbuch, Seite 55 
-2 Paul-Heinz Koesters: Deutschland deine Denker; 1980, ein Stern-Buch, Seite 231