Warning: Parameter 1 to wp_default_scripts() expected to be a reference, value given in /homepages/2/d153286930/htdocs/clickandbuilds/historie/wp-includes/plugin.php on line 571

Warning: Parameter 1 to wp_default_styles() expected to be a reference, value given in /homepages/2/d153286930/htdocs/clickandbuilds/historie/wp-includes/plugin.php on line 571

Bismarck wird preußischer Ministerpräsident

Wilhelm I. hatte im Oktober 1858 die Regentschaft für seinen erkrankten Bruder übernommen, am 2. Januar 1861, nach dem Tod von Friedrich Wilhelm IV. wurde er „offiziell“ König von Preußen.

Kriegsminister Albrecht von Roon, Porträt von Gustav Gräf

Kriegsminister Albrecht von Roon, Porträt von Gustav Gräf

1861 steckte der Herrscher aus dem Hause Hohenzollern in arger Bedrängnis und war drauf und dran zurück zu treten – da zauberte Kriegsminister Albrecht von Roon eine Geheimwaffe aus dem Hut: den preußischen Gesandten in Paris, Otto von Bismarck, einen Vertrauten des Kriegsministers. Beide zogen politisch am gleichen Strang.

Seit Februar 1860 lagen der Landtag und die Krone im Dauerstreit um die geplante Heeresreform: 1 die Ausbildung der Rekruten [sah] eine erneute Festlegung der dreijährigen Dienstzeit vor[]. Die Zahl der ausgehobenen Rekruten sollte von 40.000 auf 63.000 vermehrt und die Friedensstärke des Heeres um 33 Prozent erhöht werden. Dies stieß bei den liberalen Abgeordneten auf Ablehnung.Die preußische Verfassung sah vor, dass Gesetze im Einvernehmen von Krone, Herrenhaus und dem Landtag verabschiedet werden müssen. Die Liberalen wollten die Heeresreform dazu nutzen, ihre Macht zu erweitern. Wilhelm I., der Zeit seines Lebens durch und durch Militär war und auf eine starke Armee setzte, tauschte Ministerpräsident und Minister aus. Aber bei der Wahl im Mai 1862 gewannen die Liberalen mit der neu gegründeten Fortschrittspartei (DFP) enorm dazu, die Konservativen verloren an Mandaten. Dumm gelaufen für den König. Der Vorschlag, die Abgeordneten vom Militär verjagen zu lassen, schreckte den König doch, wegen der Gefahr eines Bürgerkrieges. Es sah zwar danach aus, als ob Kriegsminister Roon mit den liberalen einen Kompromiss fand, aber der König blieb stur. Nicht nur Roon, auch weitere Minister beknieten den König einzulenken. Darauf drohte der mit Rücktritt, denn er fände ja keine Minister, die ihn unterstützten. Er musste nur noch das Dokument unterzeichnen, dann könne der liberale Kronprinz auf den Thron folgen. Nur wollte der Kronprinz gar nicht auf diese Weise zum Herrscher werden. Auch Roon setzte alles dran,die Nachfolge des liberalen Kronprinzen zu verhindern, beorderte seinen alten Vertrauten Bismarck von Paris, wo dieser als Gesandter wirkte, nach Berlin.

Otto von Bismarck, um 1862 Bundesarchiv, Bild 183-R15449 / CC-BY-SA

Otto von Bismarck, um 1862
Bundesarchiv, Bild 183-R15449 / CC-BY-SA

Das ist der Moment, auf den Bismarck gewartet hat – obwohl der Landjunker nicht wusste, wie er die Dinge, die auf ihn zu kamen, auf die Reihe kriegen sollte. Aber der feudale Tatmensch wollte sich diese Chancen nicht entgehen lassen. In einer 25stündigen Bahnfahrt eilte er zum König, versicherte diesem in einer Unterredung am 22. September 1862 im Schloss Babelsberg, seine unbedingte Treue zur Krone und dass er die Heeresreform auch gegen den Willen des Landtages durchdrücke. Im Grunde schlug Bismarck dem König eine Diktatur vor. Im Grunde ging es bei der Heeresreform darum, wer das Militär kontrollierte: Parlament oder Krone. Da war Bismarck später auch zu Kompromissen bereit.

Am 8. Oktober 1862 ernannte der König von Preußen den 47jährigen Otto von Bismarck zum Ministerpräsidenten und Außenminister von Preußen. Bismarck war ausschließlich dem König verpflichtet und nur dieser konnte ihn aus dem Amt jagen. Die Abgeordneten im Landtag blieben außen vor. Dieser Deal hielt 26 Jahre lang, auch über die Jahre als Reichskanzler. Erst zwei Jahre nach dem Tode von Wilhelm I. servierte dessen Enkel, der junge Wilhelm II. im Jahre 1890 den mächtigen alten Landjunker ab.

Bismarck wurde für seinen Kampf mit den Liberalen vom König mit ungewöhnlich starken Vollmachten ausgerüstet. Noch im September 1862 hielt er vor dem Haushaltsausschuss des preußischen Abgeordnetenhauses die viel zitierte „Eisen und Blut“-Rede. Inhaltlich vertrat er den Standpunkt, die „Deutsche Frage“ – gemeint ist ein deutscher Nationalstaat unter preußischer Führung – könne nur mit Gewalt gelöst werden. Dies war auch als Angebot an die National-Bewegung gemeint. Es brachte Bismarcks aber nur den Ruf eines Gewaltpolitiker ein.

1862 wurde der Landtag vertagt und der neue Ministerpräsident regierte ohne Budget. Bismarck ging massiv gegen liberale Abgeordnete vor, schuf die Pressefreiheit ab….

Quellen:
-1: Hans-Joachim Schoeps: Preussen, Geschichte eines Staates; 8. Auflage, 1968, Berlin, Seite 240